Heute gehen wir gar nicht raus, wir ziehen nur den Pyjama aus.

Heute gehen wir gar nicht raus, wir ziehen nur den Pyjama aus.

Wenn du unkontrolliert tanzt, lachst und heulst, wenn du das nicht mehr leugnen kannst, dann bist du verliebt. Egal wie uncool, welcome to the LOVE.


Wenn ich durch die Wohnung tanze, ganz frei und ungehemmt und ich dabei auch noch weiß, wie bescheuert ich aussehe und dass ich nicht möchte, dass mich jemand dabei sieht und mir gleichzeitig wünsche, dass alle mich dabei sehen, dass die ganze Welt alles weiß und doch nichts, weil es so gar keine Rolle spielt, wenn ich morgens im Bett Kuchen esse und mich dabei noch besser als sonst fühle, wenn ich dann diesen Song höre und unkontrolliert heule und gleichzeitig lache, wenn ich mich immer wieder dabei ertappe, dass ich in mich hinein lache, mich davon abhalte, dir zu schreiben und es doch tue, wenn ich mich selbst ganz und gar nicht ernst nehme, weil ich weiß, dass das nur Gefühle sind, wenn ich wieder und wieder den gleichen Song in Dauerschleife und je nach aktueller Muße noch einen neuen höre, wenn die Songs mir zufallen, wenn ich weiß, dass ich mich glücklich mache, aber du mich eben auch, wenn ich auf alles vertraue und dabei nicht mal meine Fassade hochziehe, sogar meine Mauern selbst einreiße, wenn ich Montagabend Wein trinke und das letzte Kleingeld für Zigaretten und Glückstee ausgebe – dann weiß ich, ich bin verliebt.

Und das war erst der erste Satz!

Ich bin nicht verliebt, ich fühle dich, mich, die Welt, das ganze Universum, alles darüber hinaus und auch jeden kleinen Partikel und Sonnenstrahl. Jede Alltäglichkeit bekommt so eine kitschig-romantische Bedeutung, jede Nachricht ist wichtig, so wichtig, dass ich jede lebenswichtige Business-App löschen würde und alles verbindet dich und mich da irgendwie. Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist, aber ich bin mir sicher, dieses Universum, das schickt das einfach alles und verbindet wie in Mathe die ganzen Punkte zu Geraden – oder waren es Strahlen? – die dann zu einem Sexta-Hekta-Hundertoegon werden. Alles fügt und fühlt sich leicht und schön, so schön an. Und es ist mir so, so, so egal, wie sehr ich die Menschen, Freunde und dich damit nerve, wie kitschig es ist, wie rosa – und hast du dir mal den Himmel angesehen? Sonne ist da überall, fluffige Wolken und nicht einmal das Trompetenspiel der Nachbarskinder kann mir etwas anhaben. Für jede Problem fliegt mir die Lösung einfach zu. Hey, werft doch noch mal ein paar Herausforderungen raus, ich kann gerade sogar den Weltfrieden herbei führen.

Und hier kommt der zweite Akt 

Und dann atme ich tief durch, diesen Song, du weißt schon welchen, das siebzigste Mal auf Dauerschleife, weil er mich so gut und konstant arbeiten lässt. Wenn du nicht gerade schreibst oder ich zündende und brillante Ideen und Einfälle habe. Aber ich atme dann tief durch, weil ich hier so durch die Gegend fliege und schwebe, aber auch genau so weiß, dass ich hier bin und bei mir und dass Euphorie schön ist, aber schon Buddha wusste, die Ausgeglichenheit bekommst die Kekse. Und dann bin ich hier in meinem Leben, mit meinem Alltag und meinen Problemen, und das ist so richtig ok. Weil ich ich bin und du du und wir, wir sind die Welt. Aber dafür haben wir ein Leben lang Zeit und nichts eilt. Wir wollen ja keine Diamanten werden, deshalb brauchen wir auch so gar keinen Druck, nur Nudeln und Kompromisse um den Knoblauch. Vielleicht etwas Gras für die Rehe und noch mehr gute Filme, die das Herzrasen beruhigen und uns dabei stören, dass wir wegen diesem ständigen in die Augen gucken anfangen zu schielen.

Aller guten Dinge sind Drei

Dabei hast du die schönsten Augen, die allerschönsten Augen der Welt. Blau und tief und groß und ich sehe die an und direkt durch dich hindurch bis in dein Innerstes und sehe nur Liebe und dich. Dich mit der schönen Haut. Wusstest du das? Du hast so schöne Haut, so schön, so weich und fest, so perfekt und glatt. Und du hast so schöne Haare, blond und weich. Und du riechst so gut, du riechst so gut und vertraut, du riechst nach Zuhause und Abenteuer zugleich, nach dir und mittlerweile auch ein bisschen nach mir und ja doch, ganz viel dir. Und du, du bist so schön, der Schönste von allen – zumindest für mich. Und dann redest du auch noch so schön, nicht nur die Dinge, die du sagst, auch das was du sagst, so reflektiert, so unabhängig, so ehrlich und doch voller Liebe. Wenn du Kuchen wärst, denn du gar nicht so gern magst, würde ich dich einfach aufessen. Und ich weiß jetzt schon, für diesen Text werde ich mich schämen. Aber Scham ist ja nur im Kopf, so wie du. Ich mach den Song nochmal an, ja?

Weil: Alle guten Dinge sind Vier.

3 Gedanken zu „Heute gehen wir gar nicht raus, wir ziehen nur den Pyjama aus.

  1. Franziska Antworten

    Hach, wie schön. Wie schön und frei und groß doch das alles ist und sein kann, das mit der Liebe. Wenn wir wollen und uns endlich fallen lassen. So einen Text zu schreiben und ihn ins große weite Netz zu schleudern, dafür muss sich niemand schämen. Wir sollten das alle, jeder einzelne von uns, viel öfter tun. Wer weiß, wie stark wir dann werden würden…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.