Monsterparty, proudly presented by Angst

Monsterparty, proudly presented by Angst

Hier liegen wir beide mit dem Knoten in der Brust, der sich mir so beklommen bekannt anfühlt. Du erzählst von deinem und ich sehe, dass dir das Atmen schwer fällt, dass dein Herz etwas schneller geht und deine Brust etwas mehr als sonst einfällt. Als du mich ansiehst, blicke ich in den ganzen Schmerz, Verletzung in dem tiefen und schönsten Blau, von der du hoffst, dass sie bitte nur all zu bald vergeht, dass sie nie passiert wäre, dass sie einfach nicht mehr da sein soll. Ich weiß, dass dein Herz gegen die Rippen drückt und alles in dir vibriert, dass die Welle aus Adrenalin sich gegen jede Zelle schiebt und ihren Weg nach draußen sucht und du nichts lieber als aufstehen und weglaufen würdest. Und ich wollte nie, dass du dieses Gefühl kennen lernst, weil es doch eigentlich meines ist.

„Du hast das erste Mal wieder richtig Angst, oder?“

Und es braucht gerade alle Kraft, alle Liebe und allen Mut, mich gegen mich selbst und alte Monster zu wehren, nicht wie das verschreckte Reh mit großen, starren Augen zu dir aufzuschauen und zu verstummen, weiter Worte zu finden und zu hoffen, das reden und immer weiter reden die Lösung ist, die Befreiung. Nicht diese kurzfristige, die den Knoten auflöst und Blut und Atem wieder gleichmäßig fließen, mich frei, aber eben auch leer und einsam fühlen lässt. Ich will die, die langfristig bleibt, die diesen Knoten auflöst und aus den ganzen verworrenen Fäden Neues flechtet, das mich nicht mehr mir selbst im Weg stehen lässt. Dass mich vor meinen Träumen nicht fliehen, sondern sie leben lässt.

Ich atme ein und aus, immer wieder ein und aus und überlasse den Tränen meinen Raum, lasse sie an deiner Brust weiter laufen, als könnten sie nicht nur mein sondern auch dein Herz reinigen und wünsche mir nichts mehr als dass der Moment vergeht, dass es wieder ist, wie es eben noch gerade war. „Du hast das erste Mal wieder richtig Angst, oder?“, sprichst du den Dämon aus, enttarnst das Monster, das mir die Kehle zuschnürt. Ich nicke, ich lache es weg, es ist wie eine Farce, etwas, über dass ich in Filmen den Kopf schütteln und die Protagonistin verurteilen würde, weil dass doch nun völlig unpassend ist und vor allem nicht so schwer sein kann. Hier ist aber keine Leinwand und auch die Filmmusik fehlt, hier sind nur du und ich und das Monster gleich zwischen uns, es hat sich eingenistet und genüsslich breit gemacht.

„Ich habe einen Knoten in der Brust, ich will, dass sich die Schwere auflöst.“

Mit rasendem Puls und einer Stimme, die nicht meine ist, mit dem Rauschen im rechten Ohr und den Tränen im linken richte ich mich langsam auf, schaffe Distanz, nur mit der Hoffnung die Nähe wieder dazu holen zu können. Ein Blick in deine panischen Augen und ich weiß, dass ich will. Dass ich ändern, vertrauen, besser machen und bleiben will. Dass ich nicht mehr in diesen Spiegel sehen möchte. Und nach dem nächsten Schluchzen lasse ich die Gedanken zu Worten werden, die meinen Mund verlassen. Jedes Wort mehr lässt die Tränen weichen. Du nickst vor dich hin, wendest den Blick ab und mir wieder zu. Ich lege die Hand auf deine Brust und du schiebst sie weg. Und ich rede und rede immer weiter, will dich verstehen und teilhaben lassen, will dass du begreifst, dass das nicht du und ich sind, nicht wir, sondern das alte Monster, das erwacht ist.

Ich lege mich wieder zu dir und fühle diese Nähe wieder, kann sie wieder greifen, ich schmiege mich langsam an. „Ich habe einen Knoten in der Brust, ich will, dass sich die Schwere auflöst.“, sagst du in die Stille. „Ich weiß, ich kenne den.“, antworte ich: „Der heißt Angst.“ Und der wohnt jetzt auch hier bei dir. Vielleicht müssen sich unsere Monster nur besser kennen lernen, um gemeinsam zu schnurren statt sich bekämpfen zu wollen. Zumindest heute Nacht schlafen sie gemeinsam ein. Und morgen, morgen reden wir weiter.

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